Mein bester letzter Sommer - Anne Freytag

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Autorin: Anne FreytagVerlag: heyne>fliegt
Hardcover: 368 SeitenISBN: 978-3-453-27012-1
Genre: JugendbuchErscheinungsjahr: März 2016

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"Meine Hände zittern, als er mich ganz dich an seine Brust zieht. Meine Wange liegt auf seiner kühlen Haut, mein Arm auf seinem Bauch. Ich schließe die Augen und höre sein Herz. Und ich glaube, es schlägt für mich."

[Zitat aus "mein bester letzer Sommer" von Anne Freytag,
Seite 212]








Inhalt
Wann du die große Liebe triffst, kannst du dir nicht aussuchen
Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …
[Quelle: randomhouse.de]

Meine Meinung

Es gibt Bücher, die liest man, genießt man und dann beendet man das Buch, wendet sich einer neuen Geschichte zu und hat das vorige schon wieder vergessen. Und dann gibt es "Mein bester letzter Sommer". Eine Geschichte, die schon nach nur wenigen Seiten ins Herz geht, mitten rein, dort bleibt und sich ausdehnt und ein pures Gefühlschaos hinterlässt. 



Eine Geschichte, die ja, von der Grundthematik nicht unbekannt ist. Junges Mädchen todkrank, verliebt sich, will ihre letzte Zeit noch sinnvoll nutzen, was erleben. "Bevor ich sterbe", "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" oder auch (wenn auch ein bisschen anders) "Beim Leben meiner Schwester". 

Aber "Mein bester letzter Sommer" ist mehr. Einfach viel viel mehr. Wir hätten da Anne Freytags Schreibstil, der einfach unglaublich poetisch und wunderschön ist -und ja, für mich übertrifft sie sogar John Green. Denn am liebsten hätte ich jeden Satz unterstrichen, als Zitat markiert und auf meinen Körper tätowiert. Einfühlsam und doch beinhart konfrontiert sie den Leser mit der Welt von Tess. Einer Welt, die bald einfach nicht mehr sein wird, weil sie bald nicht mehr sein wird. Und man weiß das, und will es nicht wahrhaben. Man sträubt sich beim Lesen dagegen, man will nicht wahrhaben, dass es nach beenden des Buches keine Zukunft für Tessa  gibt. Keine Zukunft für diese naive, süße und herzzerreißende Liebe zwischen ihr und Oskar. 

Dieser Punkt wurde oft kritisiert. Diese plötzliche Liebe. Die ja nicht sein kann, weil die beiden sich kaum kennen. Doch ehrlich? Wenn ich zurückdenke an mein 16-jähriges Ich, war ich genau so. Ich sah einen Jungen und ohne das ich ihn kannte, war ich hoffnungslos verliebt. Das ist ja das schöne an der jungen Liebe. Man verliebt sich einfach. Ohne tausend Gedanken, ohne tausend erste Dates, ohne dass man jemanden bis ins kleinste Detail kennen muss. Man stürzt sich einfach kopfüber in dieses Abenteuer. Und entweder man erlebt etwas wunderbares oder man erlebt den ersten Liebeskummer. Welcher auch ein wichtiger Reifeprozess ist. Doch genau dies fand ich so wunderbar an #Teskar. Es war eine naive, frische Liebe. Mit ausspionieren auf Facebook, spontanen Treffen und ohne dieses "oh ich muss dich zuerst 93837 Tage kennen lernen". Denn ja, diese Zeit hätte Tess auch gar nicht. Und ich fand das so mutig und wunderbar und berührend.

Und doch wurde nicht auf das wesentliche vergessen. Auf Tessas Familie. Anne Freytag beschreibt die Familiensituation sehr gut: Den Workaholic- Dad,  die überfürsorgliche Mutter und die rebellische Schwester, die ihre Gefühle verschweigt. Und mittendrin Tessa. Vor allem die Schwesternbeziehung hat mich emotional mitgenommen. Wenn man selbst eine innige Beziehung zu seiner Schwester hat, kann man sich da wirklich enorm hineinversetzen und leidet von vornherein mit.

Generell hat mich selten ein Buch emotional so gefordert, wie "Mein bester letzter Sommer". Ich habe das Buch nach ca. 220 Seiten zur Seite gelegt. Ich war nicht fähig, das Buch zu Ende zu lesen. Ich war einfach nicht bereit, mich von Tessa und Oskar zu trennen. Ich wusste was passiert, aber ich wollte es nicht akzeptieren. Und das bei einem Buch! So habe ich zwischenzeitlich ein anderes Buch gelesen, bis ich mich gewappnet genug für das Ende gefühlt habe. Und natürlich war ich es trotzdem nicht. Tausende Tränen später hatte ich das Buch beendet. Als emotionales Wrack.


Alles in allem...
...gibt es einfach NICHTS, das ich an "Mein bester letzer Sommer" aussetzten kann. Ein harmonischer Schreibstil erzählt eine berührende Geschichte - da kann einfach kein Auge trocken bleiben. Ein unglaublich sympathisches Protagonistenpaar und ein wunderschönes Cover. "Mein bester letzter Sommer" gehört zu den MUST-READS 2016 in der Kategorie Jugendbuch. Und nebenbei bleibt es bestimmt ein Jahreshighlight für mich.

Kommentare:

  1. Wirklich? ;) Na ich bin froh, dass ich es via LB beim Fragefreitag gewonnen habe. Ich freue mich schon so darauf. Da der Titel so schön zum Sommer passt, werde ich es bestimmt zu einer meiner Sommerlektüren machen. ;)

    Alles Liebe ♥,
    Janine

    P.S.: Ich wollte mich noch bei dir bedanken für die liebe Karte zum Welttag des Buches! Hat mich riesig gefreut! ♥

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  2. Hallöchen liebe Nicole,
    dieser Rezension ist wirklich nichts hinzuzufügen. :D
    Ich habe dieses Buch auch unglaublich geliebt. Ein rundum perfektes Werk, dass mit einem zauberhaften Cover abgerundet wird.
    Ganz viel Liebe dafür. :D

    Liebst, Lotta

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  3. Liebe Nicole,

    danke für diese wundervolle Rezension, die mich gleich in den nächsten Buchladen laufen lässt. Ich habe allerdings ein bisschen Schiss vor dem Ende - und dem Herzschmerz.

    Liebe Grüße
    Nadine

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    1. Liebe Nadine!

      Ja, das kann ich nachvollziehen, aber das Buch hat es einfach verdient gelesen zu werden!

      Alles Liebe Nicole

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  4. Hallo,
    das ist wirklich eine gute und ausdrückliche Rezension, sie hat mir gut gefallen! Ich muss gestehen, dass ich um solche Bücher meistens einen Bogen mache, so habe ich auch Das Schicksal ist ein mieser Verräter nie gelesen, da ich, so wie du es ja am Ende auch beschreibst, am Ende nie auf das Unausweichliche vorbereitet bin und tausend Tränen vergieße. Ich steigere mich dann meistens so rein, dass ich noch Tage danach fertig bin. Daher versuche ich einfach, solche Bücher zu vermeiden, auch wenn ich weiß, dass ich dadurch leider das ein oder andere Schätzchen verpasse (so wie anscheinend dieses Buch) :/
    Liebe Grüße, KQ

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  5. Hallo Liebes,

    es freut mich riiiesig das dir das Buch genauso gut gefallen hat wie mir! Man bekommt es einfach nicht mehr aus dem Kopf oder? Und oh man ich bin der Meinung jeder braucht einen Oskar! Hach ich liebe das Buch auch wenn ich am nächsten Tag total verheult aussah ^^

    Liebst, Tinker

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    1. Hi Tinker,

      Ja da geb ich dir absolut recht.. selbst jetzt, tage später, könnt ich noch immer heulen...
      Eine traumhafte Geschichte!

      Alles Liebe Nicole

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  6. Hallöchen,
    ich hab das Buch ja auch im April gelesen und fand es einfach fantastisch! Genauso wie du, finde ich das Protagonistenpaar unglaublich sympathisch und gerade zusammen waren sie ein wundervolles Team.
    Besonders toll fand ich aber ja den Schreibstil! ♥

    Liebste Grüße,
    Kate ♥

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    1. Hi Kate,

      da geb ich dir in jedem Punkt recht... Ich hätte noch stuuuuunden mit Anne Freytags Schreibstil verbringen können *-*

      Alles Liebe Nicole

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Nicole ♥