Rezension | Wir kommen - Ronja von Rönne

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Autorin: Ronja von RönneVerlag: Aufbau Verlag
Hardcover: 208 SeitenISBN: 978-3-351-03632-4
Genre: RomanErscheinungsjahr: 2016

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"Ich weiß nicht, wofür man eine Schildkröte hat, außer um mit ihrem Panzer Bierflaschen zu öffnen, und selbst da ist ein Feuerzeug praktischer."

[Zitat aus "Wir kommen" - Ronja von Rönne, Seite 54]





INHALT

In Noras Heimatdorf gehört es sich, den Nachbarn zu grüßen, den Rasen zu mähen und am Ende des Lebens zu sterben. Dass sich plötzlich ausgerechnet Maja, Noras beste Freundin aus Kindheitstagen, an diese althergebrachten Regeln hält und einfach stirbt, kann Nora nicht glauben. Für eine Beerdigung hat Nora ohnehin keine Zeit: Nachts wecken sie Panikattacken, sie muss sich um eine Schildkröte kümmern und ihre einst so progressive Beziehung zu viert droht auseinanderzubrechen. Und dann fährt auch noch ihr Therapeut in Urlaub. Bis zu seiner Rückkehr soll Nora ihre Tage in einem Tagebuch dokumentieren. Also berichtet sie, wie sie sich mit Karl, Leonie, Jonas und einem schweigenden Kind ans Meer flüchtet, um das Verschworene zwischen ihnen zu retten. Doch statt hoffnungsvoller Zukunft drängt sich immer mehr Noras Vergangenheit in den Vordergrund. Es muss doch etwas geben, denken die vier, das sie wieder zusammenzuschweißen vermag, ein großes Fest etwa. Oder ein Mord.
„Wir kommen“ ist ein radikales Buch, rasend komisch in seiner Verzweiflung und poetisch in seiner Grausamkeit.


MEINE MEINUNG

Man nehme eine Schildkröte (Ja, darauf lege ich viel wert, denn diese wahr echt toll), 4 Erwachsene die eine gemeinsame Beziehung führen und sich dabei merklich gar nicht ausstehen können, ein Kind (welches gleich viel Text wie die Schildkröte hatte) und ein Ferienhaus am Strand. Gemischt mit den wirren Gedanken der Protagonistin und Rückblenden, die zwar neugierig machen, aber genauso sinnlos sind, wie eigentlich der Rest. 




Beim Schreiben der Rezension weiß ich nicht, wie ich beginnen soll, denn eigentlich weiß ich gar nicht worüber ich schreiben soll oder wie ich das wenige, das ich erfasst habe, in Worte fassen soll. Ich fand das Buch nicht schlecht, aber auch nicht gut. Ich weiß nicht, wie ich zum Buch stehe. Aber ich will versuchen, die einzelnen Punkte zu beleuchten: Ich fand den Schreibstil toll. Das Cover schrecklich. Die Charaktere haben mich genervt. Eine Schildkröte war auch dabei. Das Kind hab ich nicht verstanden. Dann war da noch das Rätsel um Maja. Worum es geht oder was die Kernaussage des Buches ist, weiß ich nicht. Weiß es Ronja von Rönne? Ich bin mir nicht so sicher. 

Der Schreibstil konnte mich aber überzeugen. Ich mag die Tagebuchform, ich mag das wirr warr. Je außergewöhnlicher der Stil, desto schneller schlägt mein Herz. Aber was ich nicht mag, wenn ich lese und lese und lese und am Ende nicht mehr weiß als davor. Das verwirrt mich und lässt mich unbefriedigt zurück. Da frag ich mich wieder, hab ich das Buch verstanden?

Ich kenne die Autorin nicht, lese weder ihre Blogbeiträge (ich wusste bis vor kurzem ja nicht mal, dass sie bloggt) und bin so ohne jegliche Erwartung an das Buch herangetreten. Den literarischen Hype und die vorzeitigen Lobeshymnen, um "das Debüt des Jahres" habe ich erst jetzt, im nachhinein mitbekommen. Und dann muss ich mich wieder fragen, habe ich das Buch einfach nicht verstanden?

Denn der Inhalt war ja, teilweise einfach nicht vorhanden und doch hatte ich teilweise richtig Schwung beim Lesen und war neugierig und dann wird aber immer weiter um den heißen Brei geredet und am Ende war da wieder nichts. Und jetzt zu behaupten, so ist das im Leben, alle reden um den heißen Brei und keiner bringt die Dinge auf den Punkt - nein das kann ich so nicht unterschreiben und würde ich einfach schrecklich finden. Und wenn man sich damit begnügt, na dann bitte. Aber ich will mehr.
Und man fragt sich die ganze Zeit, wo will die Handlung hin? Bis man merkt, nirgends. Es ist einfach so wie es ist. Aufgepeppt durch Rückblenden die eine gestörte, unverstandene Kindheit vermuten lassen und genauso verwirrend und merkwürdig sind wie der Rest.

Wie auch die Charaktere. Krampfhaftes Klammern an einer 4er-Beziehung die sowieso zum Scheitern verurteilt ist und wo sich 99,99% der Involvierten generell nicht mögen. Spiegelt wohl doch viele Beziehungen wieder. Das an sich klammern. Angst haben vor Veränderungen. Nicht loslassen können. Dieses Aspekt habe ich dann wenigsten recht interessant gefunden, auch wenn ich nicht ganz nachvollziehen kann, warum man das mit einer 4er-Konstellation überspitzen muss. Im Durchschnitt schaffen es ja nicht mal 2 Personen miteinander klar zu kommen. 


ALLES IN ALLEM
...fand ich fand das Buch nicht schlecht, auch nicht gut, den Hype kann ich aber absolut nicht verstehen, denn gelesen habe muss man das Buch nicht. Obwohl ich jetzt im nachhinein total motiviert bin und ernsthaft in Erwägung ziehe, mein Tagebuch einen Verlag anzubieten. Denn mein 14-Jähriges Ich hatte wohl ähnlich absurde Gedankengänge. Nur leider keine Schildkröte.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für deine Kurzmeinung und die Verlinkung, liebe Nicole. Hab dich gleich eingebaut. Herzlich willkommen bei den Bookosa-Experten. :)

    Liebe Grüße
    Michael

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    1. Hi Michael :D

      Wow, das ging ja schnell! Freu mich, dabei zu sein (da fühlt man sich doch gleich literarischer!)

      Liebe Grüße Nicole

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Nicole ♥