Rezension | Der Tote, der nicht sterben konnte - Hermann Knapp

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Autor: Hermann KnappVerlag: Verlag Wortreich
Hardcover: 272 SeitenISBN: 978-3-903091-08-5
Genre: RomanErscheinungsjahr: Februar 2016

Alle Informationen zum Buch findet ihr hier: verlag-wortreich.at




"Der Tod schaut ihn lange an. "Ihr Menschen seid doch eigenartige Wesen. Jene die sterben müssen, klammern sich an das Leben und viele, die leben könnten, wünschen sich den Tod."
[Zitat aus "Der Tote, der nicht sterben konnte" - Hermann Knapp, Seite 184]






INHALT
Ausgerechnet in einer Kleinstadt in Österreich treffen ein Vogelgrippevirus, ein Schweinegrippevirus und ein Kakerlakengrippevirus aufeinander und mutieren zu einem monströsen Supervirus.
Martin Heinz ist der erste, der die Auswirkungen zu spüren bekommt. Er wird bei einem Autounfall von einer Leitschiene aufgespießt und erleidet tödliche Verletzungen – aber er stirbt nicht.
Die Ärzte im Krankenhaus können ihm nicht helfen, seine Gedärme, der Magen, die Nieren sind Matsch. Sie stopfen, was davon übrig ist, zurück in den Bauch, kleben diesen behelfsmäßig zu und schicken Heinz nach Hause.
Während das „Ambrosia“-Virus beginnt, sich auf der Welt auszubreiten, macht er sich auf die Jagd nach dem Tod.


MEINE MEINUNG

Inhalt

Man nehme eine durch einen Supervirus ausgelöste Zombieapokalypse, gebe eine ordentliche Portion griechische Mythologie dazu und vermenge das ganze mit einem schrägem Schreibstil, schon hat man eine Geschichte, wie sie so noch nicht dagewesen ist. Der Inhalt überzeugte mich jedoch nicht durch seine absurde, merkwürdige Handlung, nein, ansprechend fand ich die versteckte spitze Zunge, die auch vor brisante Themen wie der Pharmaindustrie, der Politik oder den Religionen, nicht halt macht. Dennoch, diese Geschichte nichts für zwischendurch oder als leichte Kost zu verstehen. Auch ich hatte einige Probleme nicht mal mit meine Gedanken abzudriften oder die eine oder andere Passage gähnend  zu bewerkstelligen. Man muss hier bereit sein, sich auf eine skurrile, irreale und doch interessante Geschichte einzulassen.


Schreibstil

Irgendwie einfach, irgendwie außergewöhnlich, irgendwie einfach anders. Ich würde gerne schreiben:"Der Schreibstil war ganz normal" - denn genau dieses Gefühl hatte ich auch. Er passte zum Buch, zum Inhalt. Sätze bestanden nicht aus 20 Zeilen und waren nicht mit unzähligen Fremdwörtern aufgeschmückt. Es gab direkte Reden, indirekte Reden, geheime Unterredungen und Fernsehreden. Wie oben erwähnt hat mir besonders gefallen, wie der Autor es schafft, brisante Themen auf so banale Art und Weise zur Sprache zu bringen - zum Beispiel die Ausnutzung der Medien durch die Pharmaindustrie, um genügend Profit aus allen Krankheiten zu schlagen.




Martin Heinz
Tat mir leid. Ich mochte sein Art und seinen Charakter, klar, er war bestimmt nicht der perfekte Ehemann, aber dennoch fand ich ihn als Protagonisten gut gewählt. Wen ich dagegen gar nicht leiden konnte war seine Familie - ich empfand sie als grausam und unliebevoll. Natürlich muss es ein Schock sein, wenn jemand nach einem tödlichen Autounfall wieder daheim auftaucht, aber die Eiseskälte mit der sich seine Familie von ihm abwendet, tat mir wirklich im Herzen weh. Ich dachte nur, puh, Heinz, du bist echt besser ohne sie dran. Ich mochte seinen Tatendrang, dem ganzen Unfug ein Ende zu setzen und seine Entschlossenheit, den Tod zu finden. 


ALLES IN ALLEM...
...fällt es mir recht schwer, eine zusammenfassende, abschließende Meinungen zum Buch abzugeben. Es hat mir gefallen. Dann zwischendurch wieder nicht. Das letzte Drittel aber wieder umso mehr. Der Schreibstil war normal -ja, jetzt schreib ich es - die Handlung war es wiederum absolut nicht. Ein Buch für all jene, die das Außergewöhnliche mögen und schräges ansprechend finden.

2

Kommentare:

  1. Huhu Nicole,
    ich bin ein wenig unentschlossen, ob mich das Buch anspricht oder nicht. Einerseits mag ich ja diese Virusgeschichten, aber mit wandelden Toten hab ich es nur ganz selten mal. Daher.... mhm...
    Ach irgendwie klingt es doch interessant... Was machst du nur mit mir?

    Alles Liebe, Nelly

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    1. Hallo Nelly -
      Ich sag dir, das Buch ist eine Sache für dich. Mit einer herkömmlichen Zombie-Geschichte hat das nichts zu tun. Man muss schon offen für schwarzen Humor sein und Skurlies mögen :D

      Liebst Nicole

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