Rezension | Der einsame Engel - Friedrich Ani

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Autor: Friedrich AniVerlag: Droemer Knaur
Hardcover: 208 Seiten  ISBN: 978-3-426-28147-5
Genre: Roman/KrimiErscheinungsjahr: Februar 2016

Alle Informationen zum Buch findet ihr hier: droemer-knaur.de

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"Das Leben, dachte ich mir, machte dieser Frau keine Angst. Sie aß und trank und liebte, wenn ihr danach war, und wenn sie entschied, für sich zu bleiben, konnte niemand sie daran hindern."
[Zitat aus "Der einsame Engel" von Friedrich Ani, Seite 208]






INHALT
Erneut übertrifft Friedrich Ani in diesem Süden-Roman sich selbst. "Der einsame Engel" ist ein scharfsinniger und gefühlvoller Krimi über das Fremdsein in der Liebe und im Leben an sich. Im Mittelpunkt steht ein Geschäftsmann, der unversehens verschwindet. Bei seinen Ermittlungen stößt Süden auf Hinweise, dass der Verschollene Affären mit Frauen jeden Alters hatte – und dabei doch immer einsam blieb.
[Quelle: droemer-knaur.de]



MEINE MEINUNG

Inhalt
Voller Begeisterung ins Buch gestartet, musste ich doch bald feststellen, dass mir einfach der Zugang zur Geschichte fehlt. Wobei ich anmerken muss, das der Anfang wirklich interessant und emotional war, dennoch hadert ich bald mit dem Inhalt, dem Schreibstil, ja, allem eigentlich. Die Handlung war einfach zu schleppend, Krimi war zwar vorhanden, doch vorrangig war eindeutig das Leben an sich. So plätscherte der Inhalt poetisch, gar verträumt vor sich hin, doch von Spannung keine Spur. Es wirkte, als wäre die "kriminelle Handlung" nur ein Alibi um über soviel mehr zu schreiben. 


Ende
Das Ende hat mich wiederum wirklich überrascht - auf einmal regt sich etwas in der Geschichte, frischer Wind taucht auf und bringt Spannung mit sich. Denn das Ende hätte ich so auf keinen Fall erwartet, hatte auch nicht hundertprozentig das Gefühl, dass es zur Geschichte passt. Also etwas holprig statt schön abgerundet. 


Schreibstil
Ein poetischer Krimi, geht denn sowas? Ja, Friedrich Ani beweist dies wohl. Dramatisch, verträumt und voller Weisheiten, Ani zeigt, dass ein Krimi auch ruhig mal mehr sein darf. Dennoch, daran muss man sich erstmal gewöhnen, neigt er doch oftmals zu längeren, verschachtelten Sätzen oder zu Abschweifungen. Für mich steht fest, Ani überzeugt mit seinem einzigartigen Schreibstil - und das hat Wiedererkennungswert. Dennoch hat mir diesmal einfach das gewisse Etwas gefehlt - schwer zu beschreiben, aber genau das Gefühl hatte ich auch beim Lesen. Es war schwer für mich, mich auf die Geschichte einzulassen, einen Zugang zu finden, mich mit dem Schreibstil voll und ganz zu identifizieren.


ALLES IN ALLEM...
...bin ich nach wie vor generell ein Fan seines Schreibstil, doch die Handlung an sich konnte mich diesmal einfach nicht überzeugen. Zu sehr war das Nebensächliche im Mittelpunkt und das Wichtige an den Rand gedrängt - natürlich kann dies auch ein interessanter Aspekt sein, dennoch war es hier für mich eher störend. So war es schlussendlich leider ein enttäuschendes Lesevergnügen für mich.

4

Kommentare:

  1. Hey Nicole,
    das Buch habe ich auf dem SuB und bin gerade wegen des Schreibstils total gespannt! Werde deine Rezi mal im Kopf behalten und schauen ob ich es ähnlich empfinden werde.
    Liebe Grüße, Petra von Papier und Tintenwelten

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    1. Hallo Petra,
      Ja, eigentlich mag ich ja Ani. Ich finde es toll, dass seine Bücher so außergewöhnlich sind. "Der Namenlose Tag" hat mir wirklich gut gefallen - aber hier wollte der Funke einfach nicht überspringen!

      Hoffe, du kommst auf deine Kosten :D

      Liebst Nicole

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