Rezension | Böse Lügen - Sharon Bolton

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Autorin: Sharon BoltonVerlag: Manhattan
Klappenbroschur: 458 SeitenISBN: 978-3-442-54765-4

Alle Informationen zum Buch findet ihr hier:  MANHATTAN


INHALT
In einer kleinen Gemeinschaft wie der auf den Falklands gehen keine Kinder verloren. Und wenn doch, so kann es sich nur um einen tragischen Unfall handeln, schließlich sind die rauen Küsten der Inselgruppe nicht ungefährlich. Doch als zum dritten Mal ein kleiner Junge verschwindet, glaubt kaum noch jemand an einen Zufall. Die Bewohner müssen befürchten, dass einer von ihnen ein Mörder ist. Auch Catrin Quinn, die nach dem Tod ihrer beiden Söhne ein zurückgezogenes Leben führt, wird in die Suche hineingezogen. Mit jeder Stunde steigen Misstrauen und Hysterie, bis eine regelrechte Hexenjagd beginnt. In ihrem Zentrum stehen Catrin selbst; Rachel, ihre beste Freundin aus Kindertagen; und Catrins ehemaliger Liebhaber Callum. Alle drei hüten Geheimnisse, die sie bis in ihre Träume verfolgen. Und sie vertrauen niemandem – nicht einmal sich selbst. Schließlich wären sie zu allem fähig …






MEINE MEINUNG

Handlung
Ich muss sagen, dass der Anfang eher langatmig für mich war. Zuerst wird man mehr oder weniger mit der aktuellen Situation konfrontiert, lernt nach und nach die wichtigsten Personen kennen, von Spannung war weit und breit noch nichts zu sehen. Man muss sich hier auch auf einiges an Geschichte gefasst machen - immer wieder spielt der frühere Krieg und seine Folgen eine wesentliche Rolle, ohne, dass es für die Handlung von Bedeutung wäre. Auch die Nebenhandlungen fördern nicht unbedingt den Lesefluss. Alles in allem fand ich, dass erst im letzten Teil richtig Spannung aufkam. Vielleicht auch, weil man endlich ein bisschen einen Durchblick bekam. Davor hat man schon mit ein paar Längen zu kämpfen. Die angekündigte Hysterie oder Hexenjagd war für mich leider nicht wirklich zu spüren - jedenfalls nicht so ausgeprägt, wie ich es mir nach dem Klappentext erwartet hätte. Das Ende wiederum hat mich dann doch umgehauen - egal was man erwartet hat, das bestimmt nicht.


Charaktere
Da man auf 458 Seiten mit 3 Protagonisten konfrontiert wird, hat man nicht unbedingt die Zeit, sie vollends kennen zu lernen bzw. wirklich eine tiefe Bindung herzustellen. Dennoch schafft es die Autorin mit ihrem Erzählstil dem Leser zu verstehen zu geben, dass man einen Menschen wohl nie ganz verstehen oder kennen kann. Jeder hat seine Beweggründe, jeder hat seine Geheimnisse, jeder hat sein Päckchen zu tragen - alle lügen sich förmlich ins Gesicht, doch wie es wirklich im Inneren aussieht, bekommt fast niemand mit. Ja, dieses Aspekt hat das Buch wirklich gut widergespiegelt. Es hat mich auch zum Nachdenken angeregt, wie gut ich meine Mitmenschen wohl kenne und dass ich mir wirklich öfter Zeit nehmen sollte, sie nach ihrem Gemütszustand zu fragen.




Erzählstil
Die Handlung ist in 3 Teilen unterteilt und jeder wird aus der Sicht einer anderen Person erzählt. Wir haben Catrin, Callum und Rachel. Die Handlung erstreckt sich über nur wenige Tage. Aus Catrins Sicht erfahren wir die Stunden vom 1. - 3 November, von Callum die vom 3. - bis 5.November. Aus Rachels Sicht hingegen erfahren wir die Tage 31. Oktober - 5. November, wodurch man meiner Meinung nach in ihre Welt den besten Einblick erhält. Generell war es gut, um die verschiedenen Charaktere besser zu verstehen und ihr Handeln nachzuvollziehen - aber es war auch störend, sich immer wieder auf einen anderen Protagonisten einzulassen.


ALLES IN ALLEM...
...war es ok, aber leider hat mir dann doch die Würze in der Geschichte gefehlt. Von Hysterie war wenig zu spüren, dafür das Zeitgeschichtliche umso mehr. Die Idee mit den 3 Sichtweisen ist einerseits ansprechend, andererseits stört es wieder ein wenig beim Lesen.  

4 +

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Nicole ♥