[Rezension] Wo du auch bist - Fleur Smithwick

2 Kommentare | Deine Meinung



Autorin: Fleur SmithwickVerlag: Diana Verlag
Taschenbuch: 464 SeitenISBN: 978-3-453-35853-9
Originaltitel: "How to Make a Friend"Aus dem Englischen von: Gabriele Weber-Jaric



"Ich hatte nachgegeben, und das würde ich noch bereuen, denn auf diese Weise hatte ich den Nährboden für die nächsten Auseinandersetzungen geschaffen."

[Zitat aus "Wo du auch bist" von Fleur Smithwick, Seite 199] 






INHALT

Er hält dich fest – und lässt dich nie wieder los
In ihrer Kindheit waren sie unzertrennlich: Alice und Sam, der imaginäre Freund, der ihr nach der Scheidung der Eltern durch eine schwere Zeit half. Zwanzig Jahre später stellt ein tragischer Autounfall Alices Welt erneut auf den Kopf. Sie erwacht aus dem Koma – und Sam ist wieder da. Er bringt sie zum Lachen, führt sie langsam ins Leben zurück. Doch Sam will mehr, und vor allem will er nicht, dass Alice ihrer Jugendliebe Jonathan wieder näherkommt. Fast zu spät erkennt Alice, in welcher Gefahr sie schwebt …
[Quelle: randomhouse.de ]





MEINE MEINUNG

Einstieg

Der Einstieg erfolgt durch einen Prolog, wodurch man einen ersten Eindruck von der Grundsituation erhält und auch den Ausgangspunkt für alles Folgende erfährt. Im ersten Kapitel befindet man sich dann in der aktuellen Erzählsituation- 20 Jahre später. Schon der Anfang ist unterhaltsam und detailreich- wodurch man schon die wesentlichen Charaktere und die vorherrschende Situation erfassen kann.


Handlung

Die Handlung ist dramatisch, aufwühlend und bringt einen manchmal an seine Grenzen - man ist sich zwischendurch einfach nicht mehr sicher, was ist Realität und was nicht. Nach dem Unfall scheint einfach nichts mehr so wie es einst war. Den Alltag bestreitet Alice nun nicht mehr alleine - Sam ist an ihrer Seite. Alltagsprobleme, Anfeindungen der anderen, der Zweifel an der eigenen psychischen Verfassung, das alles nimmt den Leser sehr mit und sorgt für eine Spannung im Buch, die nichts mit Mördern, Verfolgungsjagden oder Todesszenen zu tun hat. Sie sitzt tiefer, im eigenen Bewusstsein und sorgt so für eine ganz eigene Form der Unterhaltung.


Alice

Mitgefühl. Das war es, was ich am allermeisten für die Protagonistin empfand. Schon von Anfang an ist klar, dass sie keine angenehme Kindheit hatte und noch immer unter den Folgen leidet. Keine Beachtung, immer Unterdrückt, nie gut genug - Alice wird von einigen anderen immer hinuntergedrückt, wodurch es den Leser zwischendurch ziemliche Beherrschung kostet, die übrigen Charaktere nicht anzuschreien. Auch Alice möchte man am liebsten zwischendurch fest schütteln und ihr sagen, dass mehr in ihr steckt, als all die anderen Versuchen ihr einzureden.


Sam


Er machte mir angst. Auch wenn man selbst aus seiner Kindheit vielleicht Erfahrung mit imaginären Freunden hat, hat es in der Erwachsenenwelt doch etwas bedrohliches und unnatürliches. Dem Leser wird zwar schnell klar, was es mit Sam auf sich hat und inwiefern er doch eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt, aber dennoch. Es ist einfach sehr befremdlich und genau das macht die Handlung und die Charaktere dann so besonders.


Erzählstil

Die Geschichte wird aus der Sicht von Alice wiedergegeben, was natürlich einen guten Einblick in die Gefühlswelt der Protagonistin bereitet. Zusätzlich werden immer wieder Kapitel von "Damals" erzählt - dadurch erfährt man auch sehr viel über Alice Kindheit und man erkennt, was hinter Sam und allem steckt. Die Autorin schafft es auch, den imaginären Freund so realistisch wiederzugeben, dass man bis zum Ende einfach nicht mehr weiß, was man glauben soll und was nicht.


Alles in Allem...
...fand ich das Buch wirklich gut und es gibt eine Leseempfehlung von mir. Schon allein die Vorstellung, dass meine imaginären Freund aus meiner Kindheit auftauchen würden, hat mir beim Lesen immer wieder einen kalten Schauer über den Rücken gejagt. Durch die Kapitel aus der Vergangenheit schafft die Autorin einen noch tieferen Einblick in das Seelenleben von Alice und schafft es so, den Leser in den Bann zu ziehen.

2+


Kommentare:

  1. Hallöchen liebe Nicole,
    wir hatten ja schon einmal kurz über das Buch geredet und irgendwie.. ich kann mir das nicht vorstellen zumindest nicht glaubhaft. Ich hatte nie wirklich einen imaginären Freund, auch wenn das manchmal sicherlich cool gewesen wäre. :D
    Ich glaube, dass das Buch nichts für mich ist, trotz deiner schönen und doch sehr positiven Rezension. :)

    Liebst, Lotta

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Lotta... hab ich mir anfangs auch nicht denken können, aber es ist echt sehr sehr realistisch! Da Sam einfach in den Alltag miteingebunden wird- bloß, dass ihn halt sonst keiner sieht!
      Ich hatte imaginäre Freunde - ich bin am Land aufgewachsen, ohne wirkliche Nachbarn. Wenn meine Schwester keine Lust hatte mit mir zu spielen, hab ich mit den Phantasiefreunden gespielt - eine hieß Heidi, dass weiß ich noch :D :D :D
      Ich hätte furchtbare Angst wenn die plötzlich auftauchen würde -.-

      Liebst Nicole

      Löschen

Meinungen, Anregungen, Wünsche?
Ich bin für alles offen
& freue mich über jeden Kommentar (:

Nicole ♥