Todeswalzer [Rezension]

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Sommer 1914.
Da ist der Inspector Nechyba einmal auf Kur in Bad Gleichenberg und schon geschieht eine Tragödie.
Besser gesagt gleich 2.
Einerseits der Mord am Thronfolger Franz Ferdinand, der Auslöser für den 1. Weltkrieg ist, andererseits der Mord an einem Wiener Jungspund.
So begibt er sich zurück ins schöne Wien um den Mord rund um den jungen Kerl zu klären.
  

 
   



Da ich ein totaler Gustav Klimt Fan bin, habe ich das Cover natürlich sofort in mein Herz geschlossen. Ich liebe Klimts Werke und bin deshalb wahnsinnig froh, dass dieses Buch nun mein Bücherregal ziert. Das Werk auf dem Cover ist übrigens ein Ausschnitt aus "Die Braut".

 


 
Da ich es als Südoststeirerin sehr genossen habe, über Nechybas Aufenthalt im schönen Kurort Bad Gleichenberg zu lesen, konnte mich das Buch von vornherein begeistern. Die Beschreibung der umständlichen Reise von Bad Gleichenberg zum Bahnhof in Feldbach brachte mich zum schmunzeln- so sieht meine tägliche Fahrstecke aus, um in die Uni zu gelangen.
Von da an war ich absolut euphorisch. - und ich wurde auch das restliche Buch über nicht enttäuscht.
Von Anfang an war meine Neugier geweckt und der Spannungsbogen blieb (fast) bis zum Ende erhalten. Ein wenig zu früh wurde für mich leider klar, wer der/die Täter/in sein musste. Dennoch konnte mich das Buch bis zu den letzten Seiten begeistern.
 
Sehr interessant war auch die Einbindung der Kriegsgeschehnisse, da das Buch um 1914, also zum Beginn des 1. Weltkrieges, spielt. Der Patriotismus und die Kriegsverherrlichung war deutlich zu spüren und sehr gut und zugleich erschreckend beschrieben.
Auch das es im Krieg nicht nur Gewinner gibt, wird deutlich hervorgehoben.
 
 



 
 

Mit Joseph Maria Nechyba, Inspektor 1. Klasse, hat Herr Loibelsberger einen ganz besonderen Protagonisten erschaffen. Auf der einen Seite ist er ein ganz gemütlicher, sympathischer Kerl andererseits kann er als Inspektor auch schon mal schroff und etwas hart sein.
Er liebt und vergöttert seine Frau über alles und ist ein begnadeter Feinschmecker.
Besonders Nechybas ablehnende Haltung dem Krieg gegenüber war mir sehr sympathisch.
 
Nicht nur aufgrund der spannenden Handlung, sondern vor allem durch seine prägnante Persönlichkeit wird das Buch zu etwas Einzigartigem mit Wiedererkennungswert.
 
 
 
 
 
 
Der Schreibstil zeichnet sich vor allem durch die vielen Begriffe im Wiener Dialekt aus. Manchmal ist es durchaus etwas mühsam, immer wieder gewisse Wörter im Geiste zu übersetzten, dennoch macht gerade diese Wortwahl das Buch einzigartig und interessant.
Generell ist es jedoch durch die vielen direkten Reden sehr flott zu lesen und interessant gestaltet.
 
 
 "Und vergessen Sie eines nicht: Vom Patriot zum Idiot ist es nur ein kleiner Schritt."
Todeswalzer, S. 265

Ein überaus unterhaltsamer, historischer Kriminalroman, der einen zugleich auf eine kulinarische Reise quer durch Wien entführt.
Für alle Krimi Fans die Lust haben, ihren Wiener Wortschatz zu erweitern.
Ich gebe 4 von 5 Herzen- aber nur weil mir leider zu früh klar war, wer der Täter ist.
 
 
 
 
 
 

Lovelybooks
Gmeiner Verlag

& vor allem an Gerhard Loibelsberger für die nette Leserund!

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Nicole ♥