Du liebst mich nicht [Rezension]

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Die Amerikanerin Chloe nimmt mit ihrer besten Freundin Angie an einem Freiwilligenprogramm in Griechenland teil.
Bei einem Ausflug, den Chloe alleine unternimmt, wir sie entführt.
 
Doch statt ihren Entführer zu hassen, passiert genau das Gegenteil- sie verliebt sich in ihn....
 
 
 
 

Das Thema im Buch ist kein alltägliches und obwohl ich den Klappentext gelesen hatte und ich daher wusste um was es geht, war ich doch sehr überrascht, wie mich das Buch auf der einen Seite gefesselt hat und doch auf der anderen Seite völlig iritierte.
 
Jetzt nach zuklappen des Buches ist es sehr schwer meine Gedanken darüber zu ordnen- aber ich werde so gut es geht versuchen, meine Gefühle darüber zum Ausdruck zu bringen.
 
 
Titel, Cover und Klappentext haben mir sehr gut gefahlen.
Ich bin auch aufgrund des Titels darauf aufmerksam geworden.
Das Cover finde ich sehr gelungen- das Closeup passt sehr gut und der Ausdruck auf dem Gesicht des Mädchens wirkt für mich so vielsagend.
Sie wirkt auf mich ängstlich, ratlos, hilflos, und doch so stark und so als würde sie einfach gerne alles um sie herum ausblenden.
Ich fand es auf jedenfall sehr ansprechend.
 
Die Protagonistin Chloe war für mich naja, einerseits sehr gelungen, mit ihrer teilweißen starken und disziplinierten Art- aber andererseits in sovielen Momenten zu kindisch, naiv, leichtsinnig.
Andererseits habe ich mir immer wieder gesagt, dass sie ja noch sehr jung ist und in so einer Sitution ist ein gewissen Verhalten ja wohl auch sehr verständlich.
Ihre Stimmungsschwankungen waren sehr nachvollziehbar und durch die gute, sehr bildhafte Beschreibung konnte ich sie mir sehr gut vorstellen.
 
Der Entführer- der nie namentlich genannt wird, war tja, der "Held" der Geschichte.
Er kümmerte sich liebevoll um Chloe, besuchte sie, kochte für sie, und nach und nach erfuhr man kleine Teile aus seinem Leben.
Sollte man jemals entführt werden- er ist wohl der liebevollste Entführer, den man sich vorstellen und nur wünschen kann.
 
Die Story an sich war dennoch etwas sehr, wie soll ich es ausdrücken, verwirrend für mich.
Ein junges naives Mädchen, dass sich in seinen Entführer verliebt.
Und ein Entführer, der das nach und nach zulässt und selbst solche Worte wie "sowas wie Liebe" verwendet.
Für mich wirkt das ein wenig zu realitätsfern.
Aber  als rational denkender Mensch ist es für einen einfach unvorstellbar, dass sowas möglich ist.
 
Man darf aber nicht vergessen, dass Chloe noch jung ist, sie hat ihren Vater verloren, hat eine Mutter, die sehr wenig Zeit hat und befindet sich nun in einer völlig unvorstellbaren und schweren Situation.
Und dann bekommt man tagein, tagaus auch nur einen Menschen zu sehen und der legt einem quasi "die Welt zu Füßen".
Gutes Essen, Unterhaltung, er versucht es ihr so angenehm wie möglich zu machen und zusätzlich beschreibt sie ihn als gutaussehend.
Er ist der einzige Kontakt zur Außenwelt, derjenige, der für sie verantwortlich ist, derjenige der sie am Leben hält.
- für mich daher sehr gut nachvollziehbar, dass es hier zu einer (wenn dich verrückten) Art der
Abhängigkeit kommt.
Selbst im Buch macht ihr Entführer sie ja auf das "Stockholm-Syndrom" aufmerksam, will ihr bewusst machen, dass ihre Gefühle nur eine Reaktion auf die Situation sind.
 
Trotzdem lässt er die Nähe zu, es kommt zum gemeinsamem DVD-schauen und Küssen- als Leser finde ich es ungeheim schwer, die Grenze zu finden zwischen wahrer Verliebtheit und einer Abhängigkeit.
Sind die Gefühle echt oder doch nur gespielt- will er es wirklich, tut er es für sie?

Am Ende wird man dann auch noch mit einem Cliffhanger bestraft- wodurch man mit seiner Einschätzung und seinen Gedanken realtiv unbefriedigt zurückbleibt.
Waren alle Gefühle Einbildung? Mochte er sie wirklich? Gibt es vielleicht doch eine Chance auf ein Wiedersehen?
Diese gedankliche Weiterführung bleibt wohl dem Leser/der Leserin über.
 
Die Story war auf ihre Art und Weise sehr packend und faszinierend- wodurch die Seiten nur so dahinschmolzen.
Der Schreibstil war sehr flüssig und durch Auszüge aus Internetbeiträgen, Zeitungen - sehr interessant gestaltet und dadurch hatte man einen wunderbaren Einblick was rund um ihre Entführung in der Außenwelt passiert.

Nur die Buchempfehlung "ab 13 Jahren" finde ich etwas zu früh.
Da sollte man mit seinem Kind auf jedenfall nach dem Lesen darüber sprechen, dass Entführer für gewöhnlich nicht immer so nett ist und mit ihnen ihre Meinung diskutieren.
Mit 13 neigt man doch schon noch sehr zur Naivität, wodurch man vielleicht einen völlig falschen Eindruck bekommt.
Meiner Meinung nach sollte man doch schon etwas älter sein, um mit dem Thema umgehen zu können.
 
 

 
 
Zusammenfassend würde ich sagen, dass mich das Buch doch sehr gefesselt ist, auch wenn es ein Thema ist, das wohl eher ungewöhnlich ist.
Selbst mir wurde der Entführer immer mehr sympathisch.
Edeet Ravel hat es geschafft eine völlig neue Perspektive in einer Entführungs-Story zu verarbeiten.
Auf jedenfall Lesenswert.


 
 
 
 

Kommentare:

  1. Hey Lole,

    hm... ich weiß nicht, was ich von dem Buch halten soll. Klingt für mich irgendwie ein bisschen danach, als ob jemand auf den Natascha Kampusch-Zug aufspringen will, nachdem ja erst ihre Biografie und dann der Film rauskam. Ich glaub, für mich wär das nix...

    LG Catherine

    P.S.: Ich hab dich auf unserem Blog getaggt und würde mich freuen, wenn du mitmachst! :)
    http://buchlingreport.blogspot.de/2013/05/atagged.html

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    1. Hei (:
      ja, es ist wirklich ein sehr merkwürdiges Thema.. ich war selbst sehr hin und hergerissen- aber irgendwie hat es mich doch gefesselt...
      fang ja nicht an mit Natascha Kampusch.... ihr Schicksaal und alles tut mir ja leid, aber das man immer aus alles ein Buch und einen Film machen muss- reine Geldmacherei.. finde ich echt schrecklich...

      Diese Story war wenigstens fiktiv...

      Oh, danke (:
      mache natürlich gerne mir :D

      Liebe grüße Lole

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    2. Hey, cool das du mitmachst :)

      Ich find das auch ganz furchtbar mit dieser Geschichte. Versteh auch überhaupt nicht, warum sie selbst durch alle Talkshows im Fernsehen rennt... Aber ist natürlich ne tolle Werbung für ihre Firma. Naja... aber ich glaub so ein Buch wär trotzdem nichts für mich. Ist irgendwie nicht so mein Thema.

      LG
      Cat

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    3. Tja, ich auch nicht... ich denk mir immer, wenn ich sowas schlimmes hinter mir hätte, hätte ich doch lieber meine Ruhe um damit klar zu kommen...

      Tja, zurzeit lese ich so ziemlich alles- komisch, so eine Phase hatte ich noch nie^^
      aber ich reg mich lieber nicht auf, sonst folgt eine Leseflaute... :D

      Liebste grüße Lole

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    4. Aaaach manchmal muss man eine Menge "schlechter" Bücher küssen, bis das nächste Traumbuch daher kommt :) Außerdem ist es doch toll, nicht immer nur die ganzen Mainstream-Bücher zu lesen. So entdeckst du bestimmt auch viele tolle Schätze =)

      LG Cat

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Nicole ♥